KAMPF

 

„Darum spricht nun Paulus: Laß uns so elend sein, als kein Mensch auf Erden ist, und uns schrecken und betrüben, was da schrecken und betrüben kann, Tod, Hölle und alle Unglück, und so böse sein, als immer werden kann. Nun aber ist ja Christus auferstanden, nicht aus dem Schlaf (spricht er), sondern aus dem Tod, denn er ist sowohl gestorben und unter der Erde gelegen als andere; aber er ist lebendig wieder hervorkommen aus dem Loch, darin er begraben lag, und hat beide, Teufel und Tod, gewürgt und gefressen, die ihn gefressen hatten, und seinen Bauch und Höllenrachen zerrissen, und ist hinauf gen Himmel gefahren, da er nun sitzt im ewigen Leben und Herrlichkeit. Das soll unser Trost und Trotz sein. Denn in desselben Namen sind wir getauft, hören und bekennen sein Wort. Von ihm heißen wir Christen, und um seinetwillen leiden wir alles Unglück und Herzeleid vom Teufel; denn es gilt nicht uns, sondern ihm selbst und seinem Reich, welchem er feind ist, und trachtet, wie er's zerstöre, und uns so mitfahre, und müde mache mit jächen, plagen und würgen, dass wir sollen ihn fahren lassen. Aber wir wollen uns auch getrost gegen ihn setzen, und sagen: Nein, du schändlicher, leidiger Teufel, so böse sollst du es nicht machen, dass ich um deinetwillen die Taufe und meines Herrn Namen wolle fahren lassen, kannst du trotzen und toben auf deinen Tod, Feuer, Wasser, Pestilenz und Hölle, so können wir trotzen auf diesen Herrn Christum, der dich überwunden hat, und kann dich wiederum würgen, und ewig in die Hölle stoßen (wie er auch tun wird), und uns lebendig aus deinem Rachen reißen. Darum friss uns, wenn du kannst, oder jäche uns dem Tod in Rachen, aber bald sollst du sehen und fühlen, was du gemacht hast, und wollen dir wieder ein Gerumpel im Bauche anrichten, und durch die Rippen reißen, dass du lieber solltest einen Turm, ja, einen ganzen Wald verschlungen haben. Denn du hast zuvor auch einen gefressen und unter die Erde bracht, der dir zu stark war, und musstest ihn mit allen Schanden wiedergeben, ob du auch wohl trotzest und lästerst: „Er hat andern geholfen, er helfe ihm nun selber“ etc. Aber jetzt trotzt er mit dir wieder, und ist dein Tod und Hölle worden, und wird dich bald durch uns vollend stürzen am jüngsten Tage.“ (Martin Luther)