VERHEISSUNG

 

„Soll auch Gottes Verheißung und ewige Wahrheit unsere Geduld stärken, und unser Herz befestigen, dass es nicht wanke, wie Jak. 5,8. spricht: Denn, wie man ein kleines Bäumlein an einen Stecken bindet, dass es der Wind nicht zerbreche, oder im Ungestüme des Meeres Anker auswirft, woran sich das Schiff halte, also müssen wir unser wankendes Herz an den Stab göttlichen Worts und Wahrheit binden, und das sinkende Schifflein des Herzens mit dem Anker der Hoffnung befestigen, dass es nicht versinke, Hebr. 6,19.“ (Johann Arndt)

 

„Was ist denn der wahre und eigentliche Gegenstand des rechtfertigenden Glaubens? Es ist die eigentliche Verheißung des Evangeliums von der gnädigen Vergebung der Sünden durch und wegen des Verdienstes Christi mit festem Vertrauen ergriffen; oder was ebendahin ausgeht: der Gegenstand des rechtfertigenden Glaubens ist das Verdienst Christi, welches in der Verheißung des Evangeliums dargeboten wird.“ (Leonhard Hutter)

 

„Man kann eine Verheißung Gottes in sehr lehrreicher Weise einem an Ordre zahlbaren Scheck vergleichen. Sie wird dem Gläubigen in der Absicht gegeben, ihm dadurch etwas Gutes zu erweisen. Es ist nicht die Meinung, dass er sie ruhig überlesen und dann liegen lassen solle. Nein, er soll die Verheißung als etwas Wirkliches behandeln, wie ein Mann einen Scheck behandelt. Er soll die Verheißung nehmen und sie mit seinem eignen Namen indossieren, indem er persönlich sie als wahr annimmt. Er muss sie durch den Glauben als sein eigen akzeptieren. Er drückt sein Siegel darauf, dass Gott wahrhaftig ist, und wahrhaftig in Bezug auf dies besondere Verheißungswort. Er geht weiter und glaubt, dass er den Segen hat, weil er die gewisse Verheißung desselben hat, und darum setzt er seinen Namen darauf, um den Empfang des Segens zu bezeugen. Wenn dies geschehen, muss er die Verheißung dem Herrn gläubig vorzeigen, wie man einen Scheck am Zahltisch der Bank vorzeigt. Er muss sie durch Gebet geltend machen in der Erwartung, sie erfüllt zu sehen. Wenn er im rechten Zeitpunkt zu der Himmelsbank kommt, wird er den verheißenen Betrag sofort erhalten. Sollte das Datum ein späteres sein, so muss er geduldig bis dahin warten; mittlerweile mag er indes die Verheißung als Geld rechnen, denn die Bank zahlt sicherlich, sobald die rechte Zeit gekommen ist. Manche versäumen, das Indossement des Glaubens auf den Scheck zu setzen und erhalten deshalb nichts; andre sind saumselig im Vorzeigen, und auch diese empfangen nichts. Dies ist nicht der Fehler der Verheißung, sondern derjenigen, die nicht in verständiger, geschäftsmäßiger Weise damit verfahren. Gott hat kein Pfand gegeben, das er nicht einlösen will, und zu keiner Hoffnung ermutigt, die er nicht erfüllen will.“ (Charles H. Spurgeon)