KRANKHEIT

 

„Gebet in Krankheit: Mein Herr und Gott, der du Leben gibst und wiedergibst, in dessen Hand steht Leben und Tod, Gesundsein und Kranksein, erhöre mich, erhöre mich, nicht nach meinem Willen und Begehren, sondern nach dem Wohlgefallen deines Willens. Wenn du willst, kannst du mich wohl gesund machen; sprich nur ein Wort, so werde ich gesund. Du bist die Länge meiner Tage, meine Zeit steht in deinen Händen. Willst du mich aber jetzo durch den Weg des Todes zu dir in die himmlische Heimat abfordern, so ertöte zuvor in mir alle unordentliche Liebe zum irdischen Leben, gib mir Kraft des Geistes, dass ich die Angst des Todes überwinde; zünde an und mehre in mir, wenn meine Augen dunkel werden, mitten in der Finsternis das rechte Herzenslicht. Bei dir ist die Quelle wahrhaftigen Lebens, und in deinem Lichte werde ich das Licht sehen. Dein Tod, lieber Herr Jesu, ist ja meines Todes Gift geworden, dein Tod hat mir das ewige Leben verdient. So ergreife ich dein Wort mit gläubigem Herzen und bin daher gewiss, dass du durch den Glauben in meinem Herzen wohnst. Darum will ich dich nicht aus meinem Herzen lassen, du segnest mich denn und richtest mich auf mit lebendig machendem Trost. Du hast gesagt: Wer an mich glaubt, der soll ewiglich nicht sterben. Dies dein Wort hält mein Herz dir vor und in solchem Vertrauen komme ich vor deinen Gnadenthron, dass du den, der zu dir kommt, nicht hinausstoßen werdest. Dein teures Blut mache mich rein von meinen Sünden, deine Wunden verbergen mich vor Gottes Zorn und strengem Gericht. In dir will ich sterben, du wirst in mir leben; in dir will ich bleiben, und du wirst in mir bleiben; du wirst mich nicht im Tod und Staube lassen, sondern mich auferwecken zur Auferstehung des Lebens. Du hast für mich gestritten und überwunden, so streite und überwinde nun auch in mir, deine Kraft werde in mir Schwachem mächtig. An dir hanget meine Seele, lass mich nicht von dir geschieden werden. Dein Friede, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre mein Herz und meine Sinne. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Nimm meine Seele auf, die du erschaffen, die du erlöst, die du mit deinem Blute von Sünden rein gemacht, die du mit dem Pfand des Heiligen Geistes versiegelt und mit deinem Leib und Blut genährt hast. Dein ist sie, du hast sie mir gegeben. So nimm nun wieder, was dein ist, und erlass mir die Schuld meiner Sünden, womit ich sie befleckt habe. Lass die Frucht deines Leidens an mir nicht verloren, dein teures Blut nicht vergebens für mich vergossen sein. In dich hab’ ich gehofft, Herr, hilf, dass ich nicht zu schanden werde, noch ewiglich zu Spotte. Amen.“ (Johann Gerhard)